Feiertagszuschläge 2026: Regeln, Steuerfreiheit und Abrechnung

11 June 2026

Ein Feiertagszuschlag ist ein zusätzlicher Vergütungsbestandteil für tatsächlich geleistete Arbeit an gesetzlichen Feiertagen. Ob Sie ihn zahlen oder erhalten und in welcher Höhe, ergibt sich in Deutschland in der Regel aus Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung, nicht automatisch aus dem Gesetz.

2026 schauen viele Unternehmen genauer hin, weil Schichtmodelle, Randzeiten und kurzfristige Einsätze zunehmen und gleichzeitig die Anforderungen an nachvollziehbare Entgeltregeln steigen. Dazu kommt ein stärkerer Fokus auf dokumentierbare Vergütungslogiken im Zuge der Umsetzung der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie bis Juni 2026. Wenn Sie Feiertagszuschläge klar definieren, vermeiden Sie typische Abrechnungsfehler und unnötige Diskussionen am Monatsende.

Orientierung auf einen Blick

  • Kein Automatismus: Ein Zuschlag ist meist vertraglich oder tariflich geregelt, nicht gesetzlich garantiert.
  • Feiertag ist nicht überall gleich: Je Standort gelten unterschiedliche gesetzliche Feiertage (je Bundesland typischerweise 9 bis 13 pro Jahr).
  • Steuerfreiheit ist begrenzt: Maßgeblich sind die Grenzen aus § 3b EStG (Prozentsätze und Grundlohn-Deckel).
  • Schichtlogik entscheidet: Zeitfenster, Pausen und Schichtübergänge müssen eindeutig geregelt sein.
  • Abrechnung braucht Nachweise: Zeiterfassung, Freigaben und Lohnarten-Mapping müssen zusammenpassen.

Was ist ein Feiertagszuschlag, und woher kommt der Anspruch?

Ein Feiertagszuschlag erhöht die Vergütung für Stunden, die an einem gesetzlichen Feiertag tatsächlich gearbeitet werden. In vielen Betrieben ist die Höhe als Prozentsatz vom Grundlohn geregelt (zum Beispiel 100 Prozent oder 125 Prozent), aber die konkrete Zahl ist immer eine Frage Ihrer Regelwerke. Prüfen Sie dafür zuerst Tarifvertrag, Arbeitsvertrag und betriebliche Regelungen, weil dort Anspruch, Höhe, Zeitfenster und Kombinationsregeln festgelegt werden.

Wichtig ist die Trennung zwischen Zuschlag und arbeitszeitrechtlichem Ausgleich. Das Arbeitszeitgesetz regelt für Sonn- und Feiertagsarbeit vor allem Schutz und Ersatzruhetage, nicht automatisch eine Zuschlagspflicht. Die Primärquelle ist das Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Welche steuerlichen Regeln gelten 2026 für Feiertagszuschläge?

Sobald Sie Feiertagszuschläge zahlen, stellt sich fast immer die Frage nach Steuerfreiheit. Die zentrale Norm ist § 3b EStG. Danach bleiben Zuschläge für Feiertagsarbeit innerhalb fest definierter Grenzen steuerfrei, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Steuerfrei bis zu 125 Prozent des Grundlohns für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen.
  • Steuerfrei bis zu 150 Prozent für bestimmte Feiertage (unter anderem 25. und 26. Dezember sowie 1. Mai), jeweils innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.
  • Deckel beim Grundlohn: Die Steuerfreiheit gilt nur bis zu einem Grundlohn von maximal 50 Euro pro Stunde (siehe § 3b Abs. 2 EStG).

Für die Praxis heißt das: Sie brauchen eine klare Berechnungsbasis (Grundlohn) und saubere Lohnarten, damit Zuschlag und Grundlohn nicht vermischt werden. Sonst wird es in Prüfungen unnötig aufwendig, die Steuerlogik nachträglich zu erklären.

Wie setzen Sie Feiertagszuschläge in der Lohnabrechnung sauber um?

Die meisten Fehler entstehen nicht bei der Idee „Zuschlag zahlen“, sondern bei Zeitfenstern, Datenqualität und Ausnahmen. Eine praxistaugliche Vorgehensweise sieht so aus:

  1. Feiertagskalender je Standort festlegen: Welche Feiertage gelten wo (Bundesland) und wie wird bei standortübergreifenden Teams abgerechnet?
  2. Zeitfenster definieren: Zählt der Kalendertag von 0 bis 24 Uhr oder ein betriebliches Feiertagszeitfenster? Das ist entscheidend für Nachtschichten.
  3. Anspruchsregeln dokumentieren: Wer hat Anspruch, ab wann, und gilt der Zuschlag auch bei Rufbereitschaft oder nur bei tatsächlich geleisteter Arbeitszeit?
  4. Kumulation regeln: Addieren sich Feiertags-, Nacht- und Sonntagszuschläge oder gilt „der höchste Zuschlag“? Halten Sie das schriftlich fest.
  5. Lohnarten und Mapping in Payroll klären: Jede Zuschlagsart braucht eine eindeutige Entgeltart, sonst landen Sie wieder bei manuellen Korrekturlisten.

Als harter Rahmen 2026 wirkt außerdem der gesetzliche Mindestlohn. Er liegt in Deutschland seit 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde (Quelle: BMAS). Prozentuale Zuschläge steigen damit automatisch mit, umso wichtiger sind saubere Regeln und verlässliche Zeitdaten.

Welche typischen Fehler passieren im Schichtbetrieb?

Wenn Feiertagszuschläge „eigentlich klar“ sind, steckt das Problem meist in Grenzfällen. Diese vier sehen wir besonders häufig:

  • Nachtschicht über Mitternacht: Ein Dienst läuft von 22:00 bis 06:00 Uhr, der Feiertag beginnt um 0:00 Uhr. Ohne klare Definition werden Stunden falsch zugeordnet.
  • Pausen und Bereitschaft: Werden Pausen korrekt abgezogen, und wie behandeln Sie Bereitschaftszeiten im Zuschlagsfenster?
  • Feiertag je Bundesland: Mitarbeiter arbeiten standortübergreifend, aber der Feiertag gilt nicht überall. Ohne Standortlogik rechnet Payroll schnell falsch.
  • Späte Korrekturen: Wenn Zeitdaten erst nach dem Cut-off freigegeben werden, entstehen Nachberechnungen und Unruhe, weil Zuschläge „verschwinden“ oder später auftauchen.

Welche Beispiele aus der operativen Realität helfen beim Prüfen?

Hotel, Spät- und Nachtschicht an einem Feiertag

Die Rezeption arbeitet bis 01:30 Uhr, ab 0:00 Uhr gilt Feiertag. Wenn Sie das Feiertagszeitfenster klar definiert haben, lässt sich der Zuschlag sauber auf die richtigen Stunden anwenden. Ohne diese Regel gibt es fast immer Diskussionen, weil Mitarbeiter die Abgrenzung nicht nachvollziehen können.

Logistikhalle, kurzfristiger Feiertagseinsatz

Ein Team springt am Feiertag für einen Peak ein. Hier zählt, dass Schichtplan, Zeiterfassung und Freigabeweg zusammenpassen. Wenn die Freigabe zu spät kommt, wird der Zuschlag erst mit der nächsten Korrekturrechnung sichtbar, das erhöht Rückfragen, obwohl die Regel an sich korrekt ist.

Sicherheitsdienst, gemischte Zuschläge

Ein Dienst liegt gleichzeitig auf Feiertag und Nachtzeit. Der Kern ist die Kombinationsregel: Addieren sich Zuschläge oder wird priorisiert? Wenn Sie das nicht vorab festlegen, wirkt jede spätere Entscheidung willkürlich, selbst wenn sie „schon immer so“ gehandhabt wurde.

Wie ordnen wir das bei paygood ein?

Wir bei paygood (HR Improvement GmbH) sehen Feiertagszuschläge als Teil eines größeren Themas: variable Entgeltbestandteile funktionieren im Alltag nur dann ruhig, wenn Regeln eindeutig sind und die Umsetzung revisionssicher dokumentiert ist. paygood verbindet Zeit-, Leistungs- und Vergütungsdaten regelbasiert und übergibt die Ergebnisse in die bestehende Lohnabrechnung, sodass Zuschläge und Prämien nachvollziehbar abgebildet werden können (Infos: paygood.app).

Das Wichtigste, das Sie mitnehmen sollten

Ein Feiertagszuschlag ist kein Selbstläufer, sondern ein Regelthema. Sie brauchen eine klare Anspruchsgrundlage, saubere Zeitfenster, eindeutige Lohnarten und eine nachvollziehbare Dokumentation. 2026 steigen die Anforderungen an Transparenz und Prüfbarkeit, auch durch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie (EU) 2023/970 bis Juni 2026. Wenn Sie Grenzfälle vorab regeln, sparen Sie später die meiste Zeit.

Wenn Sie als nächsten Schritt Ihre Feiertags-, Nacht- und Sonntagszuschläge einmal als Regelliste mit Zeitfenstern, Kombinationslogik und Payroll-Mapping überprüfen möchten, fordern Sie bei uns einen OnePager an oder fragen Sie eine Demo an.

Hinweis: Die dargestellten Inhalte dienen lediglich der allgemeinen Information und Orientierung in der Praxis. Sie stellen keine individuelle steuerliche, rechtliche oder sonstige fachliche Beratung dar und können eine solche nicht ersetzen. Im Zweifel sollten Sie einen qualifizierten Experten, wie z. B. einen Steuerberater oder Fachanwalt, hinzuziehen.

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